Fortbildung

Herbsttagung 2011

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Die gemeinsame Herbsttagung des Zahnärztlichen Vereins zu Frankfurt am Main von 1863 zusammen mit der Landeszahnärztekammer Hessen fand großen Zuspruch. Das Auditorium hörte einige interessante Vorträge von verschiedenen Referenten und Mitarbeitern der Uni-Klinik Mainz, und zwar aus der kieferchirurgischen Abteilung unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Wilfried Wagner.
 
 

Doch zuerst und nach der Begrüßung des Präsidenten des Zahnärztlichen Vereins Prof. Dr. Dr. Dr. Robert Sader und Dr. Elke Vietor für die Landeszahnärztekammer Hessen fand traditionell die Verleihung des Friedrich-Kreter-Promotionspreises statt. Geehrt wurde Dr. Markus Gauder, der mit seiner Arbeit zum Thema „Computergestützte Okklusionsanalyse zur Symmetrie der okklusalen Kontaktpunktverteilung“ die Jury zu überzeugen wusste.

Betreut wurde die Promotionsarbeit von Prof. Dr. Ulrich Stüttgen,

Dr. Elke Vietor

Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik, Westdeutsche Kieferklinik, Zentrum für Zahn- Mund- und Kieferheilkunde der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Dotiert ist der Preis mit einer Urkunde und € 1.500,- die an den Preisträger überreicht wurden.

 

Dr. Gauder gab anschließend einen Einblick in seine Studien. Ausgehend von Untersuchungen nach Dr. Eugen End in 2005 zu den physiologischen Kontaktpunktbeziehungen des menschlichen Gebisses, wurden mithilfe von Silikonbissen an natürlichen, kariesfreien Gebissen in Angel Klasse 1 die Kontakte mithilfe eigens geschriebener Software digitalisiert und ausgewertet. Dr. Gauder folgerte schließlich, dass man davon ausgehen muss, dass es eine dauerhafte, statische Okklusion mit Vielpunktkontakten nicht gibt.
  Dr. Gauder, Prof. Sader

 Im Anschluss an diesen schönen Vortrag des Preisträgers, folgten die Vorträge der Tagung. Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas begann mit der Prävention in der Implantologie. Hierunter versteht man, mit minimalem Aufwand den maximalen Erfolg zu erreichen. Gewebemanagement, Sofortkonzepte, Planung sind nur einige Stichpunkte aber auch das Vermeiden von Stanzen um zu implantieren, Stützen des „bundle bone“ und Erkennen von Grenzen in der Implantologie zählen zu den späteren Erfolgsfaktoren.

Dass man mit einfacher Methodik zu einem sehr guten Ergebnis kommen kann zeigte Dr. Dr. Koch in seinem Vortrag über die Bürstenbiopsie. Der Früherkennung kommt ein nicht zu unterschätzender Vorteil zu, da ca. 80% der kleinen erkannten Karzinome geheilt werden können, aber nur 40% der fortgeschrittenen. So sterben in Deutschland jedes Jahr 10 tsd Menschen an den Folgen von Mundhöhlenkarzinomen und weltweit 300 tsd. Die Bürstenbiopsie wurde mit weiteren Methoden verglichen z.B. Autofluoreszenz, Chemoluminiszenz und Toluidinblaufärbung, aber diese Methoden zeigen auch falsch positive Befunde haben aber ihren Nutzen in der Festlegung von Resektionsgrenzen.

Dr. Dr. Koch  

Prof. Al-Nawas zeigte in seinem zweiten Vortrag die Nutzen-Risiko-Abwägung der 3D-Bildgebung auf. Wie viel Diagnostik braucht ein Chirurg? Dies wurde beantwortet mithilfe von Fallbeispielen aus der MKG-Chirurgie. Sinus-Diagnostik, Traumatologie, navigierte Implantologie, forensische Komplikationsdiagnostik, Lagebestimmung von Zysten, verlagerten Zähnen sind wichtige Kriterien bei der Planung des Zugangs zum Zielobjekt. Trotzdem kann man sich auf die Aussagekraft eines OPG’s beim primären Screening gut verlassen.

PD Dr. Dr. Walter schloss an mit einem Referat über Bisphosphonate. Grundsätzlich steigern die Bisphosphonate die Lebensqualität der Patienten. Osteoporose und Karzinompatienten haben einen Vorteil unter der medikamentösen Therapie. Es gibt verschiedene Medikamente in verschiedenen Dosierungen und Verabreichungen.

PD Dr. Dr. Walter

Es wird allgemein empfohlen, die Patienten in ein Recall aufzunehmen, potentielle Herde vor medikamentöser Therapie zu sanieren, Hygieneunterweisungen vor zu nehmen und während der Therapie mit Bisphosphonaten immer zu klären, welche Grunderkrankung vorliegt, welches Medikament verabreicht wird und ob es eine Co-Medikation gibt, die eine Verschlechterung des Ausgangszustands bewirken könnte, z.B. Cortisongabe.

 
Zum Abschluss der Veranstaltung zeigte uns Prof. Al-Nawas die Wege von der Rekonstruktion zur Ästhetik. Interessante Aspekte von der Attraktivitätsforschung begleiteten den Vortrag, der einen schönen Querschnitt darstellte, was heute möglich ist, um Patienten zu helfen,
Prof. Dr.Dr. Al-Nawas  
 
z.B. im Bereich der Epithetik, PEEK-Implantate, Dysgnathie-Operationen, Spalten-OP’s bis hin zum Facelift. Form und Funktion stehen im Einklang mit komplizierter Chirurgie, letztlich liegt die Ästhetik aber im Auge des Betrachters und hat viele Facetten.
 
Der Ausklang der Veranstaltung fand wie immer bei guten Gesprächen und hessisch koloriertem Getränk und Speisen statt und wurde von vielen Kollegen dankbar angenommen.

 





von Dr. Thomas Staudt

Zuletzt geändert am: 26.09.2012 um 10:33

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